Time has come today!

Ein Forschungsprojekt zu populärer Musik, Kultur und sozialem Wandel in der Bundesrepublik der 1960er bis 1980er Jahre.

(Aktuelle Infos, Termine etc. gibt es hier auf der offiziellen Projekthomepage.)


Worum geht's?

Diskotheken, Kneipen, Tanzschuppen - für viele Menschen waren solche Orte, an denen man gemeinsam Musik erleben konnte, in ihrer Jugend besonders wichtig. Dort passierte „etwas", man hatte das Gefühl „ganz vorne“ oder bei etwas persönlich „Wichtigem“ dabei zu sein.
Wir interessieren uns für die Erfahrungen und Erlebnisse, die mit diesen Treffpunkten verbunden sind und nehmen dabei den Zeitraum der 1960er bis 1980er Jahre in den Blick.


Orte, die uns dabei besonders interessieren

Ab Mitte der 1960er Jahre entstehen vielerorts in der westdeutschen Provinz 'Tanzschuppen', 'Musikclub' oder 'Diskothek' genannte Räume. In diesen trafen sich Jugendliche aus einem weiten Einzugsbereich, um „progressive“ Musik zu hören und zu tanzen. „Progressiv“ war damals ein Sammelbegriff für verschiedene Spielarten von Rockmusik, die als authentischer Ausdruck von Musikerpersönlichkeiten galt. In diesem Zusammenhang steht der Begriff „progressive Landdisko“ für die  flächendeckende Etablierung von Jugend- und Subkultur seit Mitte der  1960er Jahre. Sie hat Identitäten und Biografien in vielfältiger Weise  geprägt. Protagonisten dieser Jugendkultur, die sich zuerst im Privaten entwickelte, schafften zum ersten Mal öffentlich zugängliche Räume, die ein besonderes Erleben von Musik und Sozialität ermöglichten. Zum Teil gibt es diese Lokalitäten noch heute. 

Ab Mitte der 1970er entstehen neue popkulturelle Ideen und Bewegungen, die sich vor allem durch die vehemente Ablehnung einer „Hippiekultur“ definierten. Musikstile wie Punk, New Wave und Industrial bildeten sich heraus. Erlebnis-Räume dafür bieten häufig ehemals progressive Diskotheken, aber auch ganz andere, urbane und abseitige Räume werden entdeckt und genutzt. Kompromisslosigkeit, Ablehnung, Aggressivität und „no future“ auf der einen und eine Affinität zur Ästhetisierung, Kunst und Künstlichkeit auf der anderen Seite sind für eine bestimmte Mode und weitere kulturelle Ausdrucksformen in den 1980er Jahren prägend.


Vorgehensweise

Durch Archive und Literaturrecherchen konnte unser Team ein wenig über diese Orte in Erfahrung bringen. Sehr gern würden wir aber persönlich mit ehemaligen Besuchern dieser Läden über ihre Erfahrungen und Erlebnisse sprechen. Uns interessiert, wie die Abende in diesen Diskotheken abliefen, welche Musik gespielt und wie diese Zeit erlebt wurde. Wenn du dich angesprochen fühlst, melde dich gerne bei uns!

Für die Öffentlichkeit möchten wir das Projekt durch die interaktive Kartenanwendung "Poptraces" zugänglich machen, auf welcher interessierte User Orte, Ereignisse und Erinnerungen eintragen können, die sie mit ihrem eigenem popmusikalischem Erleben verbinden.

Wir, das Forschungsteam des Projektes "Time has come today", sind gespannt und freuen uns auf viele interessante Hinweise, Erfahrungsberichte und Dokumente.